UX Lausanne: Klein aber fein

Rückblick auf die UXLS 2017

UX Lausanne Konferenz 2017
Spanndendes Lineup an der UX Lausanne Konferenz 2017

In der Schweiz sind wir ja nicht mit vielen Veranstaltungen im Bereich User Experience gesegnet. Seit einigen Jahren veranstalten die KollegInnen der Westschweizer UX-Agentur :ratio in Lausanne die Konferenz UXLS.

Das Speaker-Lineup war sehr vielversprechend dieses Jahr, deshalb hatte ich mich entschieden, an der Konferenz teilzunehmen. Und ich wurde nicht enttäuscht!

 

Zuerst war es sehr erfrischend, mal in der Romandie an einem Event teilzunehmen. Neue Locations, neue Gesichter, neue Schwerpunkte.

 

Los ging der Konferenztag am 30. Juni 2017 (am Vortag wurden zwei Workshops angeboten) mit einem Referat – nein, einem eigentlichen Plädoyer – das alle wachrüttelte, die um 9 Uhr noch etwas müde in den Sitzen des Arsenic-Theaters sassen. Der Aktivist Aral Balkan machte seine Zuhörerinnen auf eindrückliche Art auf die Gefahren des „Surveillance Capitalism“ und der „Corporatocracy“ der grossen Technologiemultis aufmerksam. Wir als UX-ExpertInnen haben die Wahl, für solche Unternehmen zu arbeiten oder nicht...

"Involve the hippos"

Jane Austin gab im zweiten Vortrag des Tages viele Beispiele aus ihrem Arbeitsalltag, wie user-zentriertes Design auch in sehr konservativen Umgebungen Einzug halten kann („involve the hippos!“).

Heute ist Jane Director of Design and User Experience beim Online-Druckbetrieb Moo in London.

 

Spannend war für mich, wie bei Moo UX-Anliegen in die agilen Entwicklungsabläufe integriert werden: je ein Produktmanager, ein Agile Development Coach, ein Tech-Spezialist und der Experience Designer bilden zusammen ein „Quad“, welches die Produkte vorwärts bringt.

Jane Austin erläutert an der UXLS 2017, welche Aufgaben das „Quad“ in der Produktentwicklung erfüllt.
Jane Austin erläutert an der UXLS 2017, welche Aufgaben das „Quad“ in der Produktentwicklung erfüllt.

Roberta Tassi von Frog aus Mailand liess uns die im UX-Design oft verwendeten „Standard“-Methoden kritisch hinterfragen und zeigte spanndene Praxisbeispiele aus Projekten in Italien und Afrika.

 

Der Londoner Designer Jason Mesut referierte über das Berufsbild und das Selbstverständnis von Designern. Er hielt allen so missverstandenen Designern den Spiegel vor und meinte: „Stop playing the victim“.

 

Für eine bessere und nützlichere Zusammenarbeit von UX, Research und Daten-Spezialisten plädierte Ela Osterberger vom Guardian in ihrem Vortrag.

 

Danach feuerte Vitaly Friedman vom Smashing Magazine ganze Salven von guten und schlechten Beispielen aus dem Interaction Design ab: „All the little details make up the experience.“ Für seine vielen Best Practices wären viel mehr als 45 Minuten Präsentation nötig gewesen...

 

Graphic Mint-Mitgründer Séamus Byrne aus Dublin schloss den Tag ab mit einem UXLS-Tanz, einem kleinen Irland-Werbespot und vielen Inputs, wie UX in Unternehmen integriert werden kann.

 

Mein Fazit: der Ausflug an den Genfersee hat sich gelohnt, und wenn das Programm 2018 wieder so reichhaltig ist, bin ich wieder dabei!

UXLS 2017
Die "analoge Twitter-Wand" füllte sich im Laufe des Tages mit Kommentaren und Erkenntnissen.